Als ich vergangene Woche in Friedrichshafen auf der Fakuma 2026 mit anderen Teilnehmern aus der Kunststoffbranche ins Gespräch kam, war häufig das dominierende Thema eine veränderte Realität im Betriebsalltag. Die wirtschaftliche und geopolitische Lage bringt für viele Akteure, unabhängig vom jeweiligen „Gewerk“, wachsende Unwägbarkeiten mit sich. Lieferketten verändern sich kurzfristig, Energiekosten Schwanken und Rahmenbedingungen müssen laufend neu bewertet werden.

In den Tagen nach meinem Messebesuch dachte ich dann mehrfach an einen bekannten Gedanken von Dwight D. Eisenhower:
„Plans are useless, but planning is indispensable.“
Pläne an sich seien also oft nutzlos, aber der Prozess der Planung unverzichtbar.

Ist da was dran? Ich sage: ist es! Wer plant, setzt sich mit seinen Möglichkeiten auseinander, versteht seine Abläufe und gewinnt den nötigen Überblick, um zu reagieren, wenn die Dinge anders laufen als gedacht.

Glaubt man der generellen Stimmung auf der Messe, so passiert genau letzteres aktuell
häufiger denn je.
Auf den Shopfloor übertragen bedeutet das: Ein starrer Produktionsplan hält in der heutigen
Zeit oft nicht lange. Aber eine verlässliche Produktionssteuerung und die genaue Erfassung
von Ist-Daten sind das Fundament, um handlungsfähig und flexibel zu bleiben.

Wenn Personalengpässe die Flexibilität bremsen

Genau diese nötige Flexibilität wird derzeit durch die Personalsituation erschwert. Bei vielen Ausstellern und Besuchern war das Thema präsent: Es fehlen schlichtweg die Fachkräfte, um bei Planänderungen Werkzeuge schnell umzurüsten, Prozesse anzupassen und Qualitätsdaten auszuwerten. Mehrere Gesprächspartner berichteten vom laufenden Generationenwechsel. Erfahrenes Praxiswissen verlässt die Betriebe, und neuer
Nachwuchs ist rar. Die Frage lautet also: Wie bleibt ein Betrieb agil genug, um auf unvorhergesehene Ereignisse zu reagieren, wenn die Mannschaft kleiner wird?

Das MES als verlässliches Lagebild

Ein Lösungsansatz, den ich in diesem Jahr bereits häufig zur Diskussion gestellt habe, ist der gezielte Einsatz zeitgemäßer Software. Ein Manufacturing Execution System wie das tetys companionMES liefert genau das klare Lagebild, das Unternehmen brauchen, um Pläne fundiert an neue Gegebenheiten anzupassen.
Damit ich zielsicher steuern zu können, brauche ich schlichtweg verlässliche Ist-Daten. Statt Maschinenzustände, Stillstände oder Ausschussmengen später mühsam aus Papierlisten zusammenzutragen, erfasst so ein System diese Informationen direkt. Die Software nimmt dem Team dann aufwendige Dokumentationsaufgaben ab und macht den aktuellen Stand der Fertigung sichtbar. So gewinnt bestenfalls das gesamte Shopfloor-Personal Zeit, um bei Abweichungen besonnen und zielgerichtet einzugreifen, anstatt Daten hinterherzulaufen.

Stabilität gibt es weiterhin, aus anderen Quellen

Die gewonnene Handlungsfähigkeit zahlt sich auch im ressourcenschonenden Umgang mit Material aus. Die Märkte fordern beispielsweise nachhaltigere Bauteile, oder die eigenen Ressourcenstrategien werden neu Gedacht, und so steigt der Anteil an Rezyklaten in der Fertigung. Meine Erfahrung aus der Transformationsbegleitung zeigt: dies bringt zunächst oft schwankende Materialqualitäten und engere Prozessfenster mit sich. Auch hier hilft der ständige Blick auf die Ist-Daten. Weichen Parameter ab, bemerkt das System dies und das Team kann den Prozess nachjustieren, bevor Ausschuss entsteht. Das spart Material, senkt
Energiekosten und hält die Fertigung wirtschaftlich.

Was ist mein Souvenir von der diesjährigen Messe?

Nach der Zeit mit den Menschen auf der Fakuma 2026 bleibt bei mir ein klarer Eindruck: Die Branche stellt sich der Tatsache, dass die äußeren Rahmenbedingungen unberechenbarer werden, entschlossen.
Wir alle sind uns längst bewusst, dass die Rahmenlage aktuell und mittelfristig herausfordernder ist als noch 2024, bei der letzten Ausgabe. Aber: dem gegenüber stehen auch Tools, die täglich mächtiger und gleichzeitig ergonomischer werden. Digitale Werkzeuge wie die unseres tetys companion, companionAPS und companionMES, unterstützen Betriebe aller Volumen dabei, flexibel auf diese Dynamik zu antworten. Der
andere bestimmende Faktor ist und bleibt die Entschlossenheit aller Teilhabenden, genauer gesagt: ihre Lösungsmentalität, Weitsichtigkeit und Ausdauer.

Wer seine Ist-Daten kennt und seine Produktion digital flankiert, entlastet das vorhandene Personal langfristig bei Routinen aller Art und besitzt zugleich absolute Klarheit in der ureigenen Position. So schafft sich ein Unternehmen die nötige Beweglichkeit, um den Alltag in der Fertigung sicher zu lenken – selbst dann, wenn der ursprüngliche Plan mal wieder umgeschrieben werden muss.