Von der KUTENO 2024

Gerne auch mal persönlich
Philipp Deneer · 23. Mai 2024
Unter einer Flagge vereint traf sich die Kunststoffbranche

Je nachdem wen man fragt, sind Messebesuche immer dasselbe. Und je nachdem wen man fragt, wird diese Aussage dann anders eingeordnet: entweder mit einer gewissen Lethargie oder mit energischer Freundlichkeit und Neugierde aufgeladen. Von der erwähnten Lethargie oder etwas Ähnlichem war auf der KUTENO 2024, der Kunststoff Technologie Nord, nichts zu spüren. Stattdessen strahlten alle Menschen, denen wir dort begegnen durften, sowie nicht zuletzt die Veranstaltung selber, eine Art freudige Gewissheit aus. Vor allem darauf, die vielen aufregenden Neuigkeiten von und mit den gut aufgelegten Ausstellern aus erster Hand zu empfangen (notfalls gegen eine kleine Bestechung in Form Aachener Printen).

Eine Sache, die vielleicht nicht „immer das Gleiche“ bei jeder Messe ist, aber zumindest eine große Gemeinsamkeit umfasst: die unumstrittene Eigenschaft solcher Veranstaltungen, eine individuelle und vielschichtige Momentaufnahme eines spezifischen Bereichs zu bieten. Ausgerechnet hierin liegt zugleich aber auch die spannende Einzigartigkeit eines jeden solchen Messebesuchs, denn keine Momentaufnahme gleicht einer anderen. Und so wartete auch in Rheda-Wiedenbrück wieder frischer Austausch zu wiederkehrenden Fragestellungen.

Wohin bewegen sich beispielsweise die objektiven und subjektiven Bedürfnisse, aber auch die eingesetzten Erfüllungsmittel, die für eine erfolgreiche Erstellung und Überprüfung von Produktionsplänen bei den ausstellenden Fertigungsbetrieben eingesetzt werden? Hier den Schritt hin zu digitalen Lösungen für die individuelle Fertigungsplanung gewagt zu haben, das ist bei diversen, fertigenden Unternehmen ein Meilenstein der eigenen Unternehmensentwicklung.

Einer, auf den die Teilhabenden mit Überzeugung zurückblicken, auch, wenn sich für einige von ihnen zu Beginn ein Weg mit neuen technischen und organisatorischen Herausforderungen aufgetan hat. Sich diesen aber gestellt zu haben, mit dem Ergebnis einer vielseitig optimierten Wertschöpfungskette, wird von unseren Gesprächspartnern mit starkem Selbstbewusstsein als richtige und wichtige Erfahrung gelobt. Nicht selten hören wir dies dann häufig begleitet mit einem Nebensatz der Marke „… warum wir das nicht schon X Jahre früher gemacht haben.“ Solche wertvollen Eindrücke der Ausstellenden lassen sich in ihrer Spontanität leider kaum durch schnelle Liveinterviews einfangen. Das gibt es für den geneigten Leser dafür an anderen Stellen, wie zum Beispiel den Anwenderberichten unserer Partner in unserem Downloadbereich.

Wer sich mit so einem ersten Schritt bewusst auf einen neuen, datengetriebenen Weg begibt, dem begegnet sicherlich nicht viel später auf besagtem Wege ein Abzweig in die Spur der Erfassung der laufenden Fertigung. Mit dem Betreten dieser Spur geschieht für die meisten unserer Teilhabenden nicht weniger als die Wende vom Einplanen der Ressourcen, wie sie vorliegen sollen, hin zum ganzheitlichen Planen mit der Ressource, wie sie tatsächlich momentan vorhanden ist.

Die eigene Planung weitsichtig auf ein Fundament aus Maschinen-, Betriebs- und Prozessdaten zu stellen bedeutet für einen Fertigungsbetrieb im wahrsten Sinne des Wortes ein „in sich gehen". Gemeint ist das im Sinne einer Revision der eigenen Prozesse und Parameter, aus dem die befragten Aussteller in der Regel mit einem neuen, detaillierteren Selbstverständnis hervorgegangen sind.

Ergriffen sie irgendwann die Initiative, so berichten einzelne Gesprächspartner, ihre fertigungsbegleitenden Informationskanäle ins Digitale zu erweitern, dann wurde dies in den meisten Fällen deutlich früher als erwartet, beispielsweise durch eine effizientere Anlagennutzung oder eine deutliche Abkürzung der eigenen Lieferzeiten, belohnt.

Neben der anlagentechnischen Infrastruktur und Sensorik gehören hier für die meisten auch passgenaue Softwarelösungen zu den Mitteln der Wahl, um die abgegriffenen „trockenen Daten“ ihrer jeweiligen Ressourcen wie Maschinen und Hilfsmittel in einen lebendigen neuen Vermögenszuwachs zu verwandeln. Durch eine kluge unternehmerische Weiterverwendung dieser Daten erhalten solche Messwerte neben den eigentlichen Daten einen weiteren „Wert“ – den im wirtschaftlichen Sinne.

Die modernen betriebsdatenbezogenen Lösungen, ob zur Erfassung oder zur weiteren Verarbeitung, können in vielen Bereichen schnell erste Verbesserungen erzielen und sichtbar machen. Mit unserem tetys-MES bieten wir hier eine ganzheitlich ausgelegte Werkzeugpalette, die viele dieser diversen Lösungsbereiche abdeckt. Wir bringen dazu eine starke APS-Lösung – in Kombination oder alleinstehend – mit, und können dies alles durch tetys individuelle Koppelbarkeit in die bewährten Systemlandschaften unserer diversen Kunden einfügen.

Zur weiteren Einordnung gibt es auch hierzu Inhalte außerhalb des Messekontextes: so spricht beispielsweise Yannik Wirtz, Geschäftsführer von tetys, in dieser Folge des IT und TECH Podcasts mit Gastgeber Holger Winkler über das zügige Eintreten spürbarer Erfolge bei den Anwendern des tetys-MES nach dessen Einführung.

Beim Besuchen von (Fach-) Messen gibt es bisweilen einen weiteren, „immer gleichen“ Mehrwert: Man hat die vielen Facetten, die so einen elementaren Wirtschaftssektor wie die Kunststoffbranche ausmacht, in Form beeindruckender, neuester Technik und Ingenieursarbeit greifbar vor sich. Und das bequemerweise auch noch auf kleinem Raum gebündelt.

So fand sich auf der KUTENO in diesem Jahr zum Beispiel die vollintegrierte Fertigungszelle Seite an Seite mit smart markierten und markierenden Werkzeugen, oder die Anbieter von Hightech-Polymeren neben Herstellern von Bauteilen, Verpackungsgebinden oder Spielzeugen aller Art (wer an dieser Stelle schmunzelt: mussten wir auch an einem ganz bestimmten Messestand – das „aller Art“ war tatsächlich wörtlich zu verstehen).

Ein weiterer besonderer Blickfang zwischen bunten Granulaten und bestaunenswerten Anlagen sind jedes Mal aufs Neue die teils extrem filigranen Sensoren und Messköpfe, die für eine eingehende Qualitätssicherung heutzutage unabdingbar sind. Das Durchqueren der Gänge bietet hierzu einen überwältigenden, aber wie immer viel zu kurzen direkten Eindruck davon, in welche Richtungen die Entwickler und Ingenieure auch in diesem Jahr wieder Grenzen weiterschieben. Hier werden viele Ausrufezeichen gesetzt und gleichzeitig etliche neue und neugierige Fragezeichen angestoßen.

Wer entwickelt Wie aktuell die verfügbare Technik oder die im Betrieb angewendeten Verfahren bei fertigungsbegleitenden Prüfmitteln weiter? Und wie blicken ihre Anwender auf eben diese Weiterentwicklungen der Mittel, die Ihnen bei der Überwachung und Sicherstellung ihrer Produktqualität helfen, aber vor allem auch praktikabel und zuverlässig sein müssen?

Neben einer Modernisierung der eingesetzten Prüftechnik kann vor allem auch eine vereinfachte, zentralisierte Dokumentation und Verwaltung aller anfallenden Prüfdaten die tägliche Handhabung deutlich vereinfachen. Auch in diesem Bereich bietet das tetys-Ökosystem wirksame Mittel zum Etablieren eines CAQ-Workflows für die individuellen eigenen Bedürfnisse verschiedenster Anwender. Ob zur computergestützten Planung, Durchführung oder Auswertung der eigenen Qualitätssicherung: eine reduzierte Papierlast kombiniert mit besserer Auffindbarkeit der erfassten Daten machen sich schnell und vielseitig bemerkbar.

Die spannenden Fragen, denen wir alle als Teilnehmer des ständigen technologischen Fortschritts folgen müssen, sind vielseitig. Darüber hinaus sind sie in Ihrer Gänze zu umfangreich, um in einem Messebericht gerecht behandelt zu werden. Daher wird vom Verfasser an dieser Stelle noch einmal nachdrücklich der regelmäßige Besuch solcher Fachveranstaltung empfohlen.

Den direkten, unprätentiösen Austausch zwischen den Akteuren zu solchen Fragestellungen kann man schließlich kaum beschreiben, sondern nur erleben. Und das nur im ganz eigenen Kontext so einer Messehalle. In dieser Art temporärer Nachbarschaft wird sich auf dem sehr „kurzen Dienstweg“, einmal quer über den Messegang zum Stand des Gegenübers, in gelockerter Stimmung auf eine unterhaltsame Art Feedback gegeben. Das auch schon mal schelmisch, aber immer sportlich und vor allem im Dienste der guten Laune.

Ob das freundliche Kritik oder kritische Freundlichkeit ist, kommt drauf an, wen man fragt. Aus Sicht eines neugierigen Besuchers jedenfalls stand der Spaß allen Ausstellenden und Teilnehmenden deutlich ins Gesicht geschrieben, auch am dritten Messetag und auch bei allem kollegialen Geplänkel. Das darf dann auch bei der nächsten Auflage gerne wieder „das Gleiche“ sein, auch im erweiterten Rahmen ab 2025 in Bad Salzuflen.

Philipp ist seit Anfang 2024 Teil des tetys Teams. Sowohl dort als auch in freier Wildbahn kontert er Probleme am liebsten maßgeschneidert. Sein Spaß an „paperless“ endet bei der heimischen Konzertpostersammlung und seine Leidenschaft für gelungene Visualisierung aller möglichen Themen stillt er außerhalb der tetys-Umgebung am liebsten im Kino und der weiteren (lokalen) Kulturlandschaft.

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