Autonome Instandhaltung
Bestens Befähigt
Autonomous Maintenance (AM) oder autonome Instandhaltung ist ein zentrales Element moderner Instandhaltungsstrategien in der Fertigungsindustrie. Sie zielt darauf ab, einfache Wartungsaufgaben direkt in die Verantwortung der Maschinenbediener zu legen, statt sie ausschließlich der Instandhaltungsabteilung zu überlassen. In Kombination mit einem MES entsteht daraus ein durchgängiger Datenkreislauf: Betriebs- und Qualitätsdaten werden erfasst, mit Werkzeug- und Maschinendaten verknüpft und fließen in Instandhaltungsplanung, Werkzeugmanagement und CAQ zurück. Für Softwareanwender bedeutet dies, dass Instandhaltungsplanung nicht mehr isoliert in einer separaten Fachabteilung stattfindet, sondern integraler Bestandteil der Produktionssteuerung und des täglichen Shopfloor-Managements wird.
Die Grundidee autonomer Instandhaltung
Autonomous Maintenance ist ein Baustein des Total Productive Maintenance (TPM) und verfolgt das Ziel, den Anlagenzustand durch regelmäßige, standardisierte Tätigkeiten wie Reinigen, Schmieren, Sichtprüfungen und einfache Justagen dauerhaft nahe am „wie neu“-Zustand zu halten. Der Kerngedanke: Bediener übernehmen definierte Wartungs- und Prüfaufgaben, während die Instandhaltungsabteilung sich auf komplexe, planbare und strategische Maßnahmen konzentriert, etwa Revisionen, Umbauten oder Analysen wiederkehrender Störungen.
Für MES-Anwender bedeutet dies, dass das System nicht nur Aufträge plant und Rückmeldungen sammelt, sondern auch Wartungspläne, Checklisten, Fälligkeiten und Zustandsinformationen abbilden muss. Moderne MES-Lösungen erlauben die Erstellung von Wartungsplänen, die Verwaltung von Ersatz- und Verbrauchsteilen sowie die Übergabe von Arbeitsanweisungen an Bediener und Instandhalter in Form von digitalen Checklisten, Workflows oder Tickets.
Das „Kniffelige“ an der Instandhaltungsplanung
Kurzfristig besteht eine der größten Herausforderungen darin, Instandhaltungsarbeiten so einzuplanen, dass ungeplante Stillstände minimiert und Engpässe in der Fertigung vermieden werden. Dazu muss das System Wartungsfälligkeiten, geplante Aufträge, Rüstzeiten und Schichtpläne zusammenführen und Szenarien unterstützen, in denen Wartungen flexibel in produktionsarme Zeitfenster verschoben oder mit Rüstvorgängen kombiniert werden. Langfristig geht es darum, aus historischen Betriebsdaten, Störgründen und Qualitätskennzahlen optimale Intervalle für vorbeugende und zustandsorientierte Wartung abzuleiten, um Lebensdauer und Verfügbarkeit von Anlagen und Werkzeugen systematisch zu steigern.
Ein besonders spannender Bereich ist die Kopplung von Werkzeugmanagement und CAQ. Wenn das MES für jedes Werkzeug bzw. Hilfsmittel nicht nur Nutzungszeiten oder Schusszahlen erfasst, sondern auch Ausschussgründe und Qualitätsdaten zuordnet, können Zusammenhänge zwischen Werkzeugverschleiß, Prozessparametern und Qualitätsproblemen sichtbar gemacht werden. So lassen sich etwa überdurchschnittliche Ausschussraten auf konkrete Werkzeuge, Kavitäten oder Spannmittel zurückführen, woraus wiederum angepasste Wartungsintervalle, geänderte Freigabekriterien oder konstruktive Verbesserungen abgeleitet werden können.
Die Rolle eines MES auf dem Weg zur autonomen Instandhaltung
Das tetys-MES kann Werkzeuge und Betriebsmittel strukturiert erfassen, klassifizieren und mit Arbeitsplänen, Artikeln, Fertigungsaufträgen und Maschinen verknüpfen. Durch das Werkzeugmanagement-Modul des tetys-MES werden Einsatzhistorien, Reststandzeiten, Wartungs- und Reparaturaufträge sowie Lagerorte transparent gemacht, was insbesondere bei teuren und sicherheitsrelevanten Werkzeugen den Planungsspielraum erhöht. Parallel dazu verbindet das CAQ-Modul des tetys-MES Qualitätsprüfungen, Prüfpläne und Fehlerkataloge mit den jeweiligen Produktionsaufträgen, sodass Prüfergebnisse automatisch in die Produktions- und Werkzeughistorie einfließen.
Durch die Kombination von Betriebsmittel- und CAQ-Daten aus dem tetys-MES lassen sich Kennzahlen wie Ausschussquote je Werkzeug, First-Pass-Yield pro Linie oder Häufigkeit bestimmter Fehlerarten pro Ressource ermitteln. Werden diese Metriken mit Wartungsdaten verknüpft, kann die Instandhaltung datenbasiert entscheiden, ob ein Werkzeug nachgeschliffen, ersetzt oder konstruktiv verändert werden sollte, anstatt sich auf starre Intervalle oder subjektive Einschätzungen zu verlassen. Damit wird Autonomous Maintenance zur operativen Basis für Ihr individuelles, kontinuierliches Verbesserungsprogramm, das gleichermaßen auf Verfügbarkeit, Qualität und Kosten einzahlt.
Unsere Softwaretools unterstützen produzierende Unternehmen dabei, Transparenz über Auftragsfortschritt, Maschinenauslastung, Stillstände und Qualitätskennzahlen zu schaffen und diese Informationen für Entscheidungen in Planung, Instandhaltung und Qualität zu nutzen. Für Autonomous Maintenance und Instandhaltungsplanung bedeutet dies, dass Instandhaltungsmaßnahmen und Wartungszyklen nicht isoliert definiert werden, sondern auf Basis realer Betriebsdaten, Störgründe und Ausschussinformationen aus der laufenden Produktion erfolgen.
Auf Ebene des Werkzeug- und Hilfsmittelmanagements erlaubt Ihnen das tetys-MES die Verknüpfung von Werkzeugen mit Aufträgen, Maschinen und Qualitätsdaten, sodass etwa auffällige Ausschusscluster unmittelbar auf bestimmte Werkzeuge zurückgeführt werden können. In Verbindung mit den integrierten CAQ-Funktionen oder weiteren, angebundenen Qualitätssystemen können Prüfpläne, Prüflose und Messergebnisse automatisiert mit den jeweiligen Fertigungsaufträgen verknüpft werden, was die Ursachenanalyse bei Qualitätsproblemen erheblich beschleunigt.
Für unsere Anwender entsteht so ein integrierter Steuerungs- und Informationsraum, in dem Produktionsplanung, Werkzeugmanagement, CAQ und Instandhaltung auf einer gemeinsamen, aktuellen Datenbasis arbeiten. So können sie mit tetys von reaktiver Störungsbeseitigung zu einer proaktiven, autonom unterstützten Instandhaltungsstrategie übergehen, die Bediener einbindet, Wartungsressourcen entlastet und gleichzeitig Qualität, Lieferfähigkeit und Kostenstruktur der Fertigung nachhaltig verbessert. Diesen Übergang gestalten unsere Partner mit uns gemeinsam, schrittweise und in einem Tempo, das sich mit dem ihres operativen Geschäfts vereinbaren lässt.
Die nächste Etappe Ihrer Digitalisierungsreise
Sie befinden sich auf dem Weg, die Instandhaltung in Ihrer Fertigung zu digitalisieren oder sogar zu autonomisieren? Vielleicht interessieren Sie sich zunächst für einen Einzelaspekt der hiesigen Thematik: neugierig geworden auf ein digitalisiertes Qualitätswesen oder ein ganzheitliches, smartes Werkzeugverwaltungstool?
Kontaktieren Sie uns, wir beraten Sie gerne in diesen Themen und teilen unsere Erfahrung mit Ihnen auf dem Weg zu Ihrem individuellen Digitalisierungsprojekt.
tetys GmbH & Co. KG