Der Mensch als Taktgeber
Industrie 360 Digital in Aachen
Es sind die Begegnungen, die den Unterschied machen. Letzte Woche hatte ich das Vergnügen, die Industrie 360 Digital Konferenz in Aachen zu besuchen. Der perfekte Rahmen für eine Frage, die uns bei tetys jeden Tag umtreibt: Wie transformieren wir die Produktion so, dass nicht nur die Kennzahlen stimmen, sondern auch die Menschen, die sie erwirtschaften an Bord bleiben?
Während der Keynotes, die unter anderem von unserem Geschäftsführer Michael Keuters gehalten wurden, wurde mir eines klar: Die rein technologische Debatte um Industrie 4.0 ist vorbei. Wir befinden uns längst in einer neuen Phase, in der das Zusammenspiel zwischen menschlicher Kreativität und digitaler Präzision im Mittelpunkt steht.
Die digitale Wandlung
Wie wichtig die Kombination aus Technik und Mensch ist, sehen wir auch tagtäglich bei tetys. Auf der einen Seite steht das Management mit dem Wunsch nach Echtzeitdaten und Effizienz. Auf der anderen Seite stehen die Mitarbeiter an den Maschinen, die sich oft fragen: „Wird mein Arbeitsplatz wegrationalisiert? Werden meine Fehler jetzt für alle sichtbar?“ Die Angst schwingt häufig mit.
Hier liegt die erste große Aufgabe. Digitalisierung sollte verständlicher gemacht werden. Es geht nicht darum, den Menschen durch Technologien zu ersetzen. Es geht darum, den Menschen von administrativen Lasten zu befreien, damit er das tun kann, was er am besten kann und wo er am meisten Spaß dran hat.
Werte als Betriebssystem eines Unternehmens
Warum scheitern so viele Digitalisierungsprojekte? Häufig liegt es nicht an der mangelhaften Schnittstelle, sondern an einer mangelhaften Wertekultur. Werte sind meiner Meinung nach kein „Nice-to-have“. Sie sind das Fundament für die Bereitschaft von Mitarbeitern, sich zu verändern. Wenn ein Unternehmen Werte wie Ehrlichkeit, Wertschätzung und Transparenz wirklich lebt, haben Mitarbeiter keine Angst vor schlechteren Arbeitsbedingungen oder davor, ersetzt zu werden.
Kommunikation auf Augenhöhe
Die Industrie 360 Digital Konferenz hat gezeigt, dass wir eine neue Sprache der Digitalisierung brauchen. Mitarbeiter sollten dort abgeholt werden, wo sie stehen und zwar physisch und emotional. Das bedeutet Transparenz gegenüber der Mitarbeitenden und eine frühzeitige Einbindung. Außerdem ist eine offene Fehlerkultur enorm wichtig, wenn es um Digitalisierung geht. Neue Tools und Vorgänge werden genutzt und da “noch kein Meister vom Himmel gefallen ist”, sollten Mitarbeiter wissen, dass es okay ist, Fehler zu machen, um den Druck rauszunehmen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Sinnstiftung hinter den Prozessen. Wenn der Mitarbeiter versteht, was und warum etwas gemacht wird, und welche Vorteile es hat, ist er viel motivierter an den Neuerungen mitzuarbeiten.
„Love what you do“
Ein Thema, das bei mir letzte Woche besonders hängen geblieben ist, war die Verbindung von Leidenschaft und Produktivität. Nachhaltige Produktivität entsteht, wenn Menschen tun, was sie können und was sie lieben.
Digitalisierung hilft dabei, den Fokus auf das Wesentliche zu behalten. Wenn beispielsweise ein erfahrener Produktions Experte 40 % seiner Zeit damit verbringt, Excel-Listen händisch abzugleichen, wird sein Talent verschwendet. Er liebt es, die Maschine zu bedienen, den Prozess zu optimieren und Qualität zu sichern. Wird ihm durch digitale Lösungen die “nervige” Arbeit abgenommen, kehrt die Leidenschaft zurück.
Menschen, die in ihrem Element sind, arbeiten nicht nur schneller, sondern denken auch mehr mit. Wir bei tetys haben es uns zur Aufgabe gemacht, genau diese Brücke zu schlagen. Und das spiegelt sich nicht nur im Umgang mit unseren Mitarbeitern wider, sondern auch im Umgang mit unseren Kunden und Partnern. Digitalisierung ist ein unaufhaltsamer Prozess, bei dem der Mensch an sich auf keinen Fall außer Acht gelassen werden sollte.
tetys GmbH & Co. KG